Das Logo des Sickingen-Gymnasiums. Dunkelblaues Quadrat mit weißem Schriftzug des Schulnamens in der linken oberen Ecke. Silhouette der Burg Nanstein im Anschnitt unten rechts.

Wahl der 2. Fremdsprache

Sehr geehrte Eltern,

da Sie in Kürze entscheiden werden, welche Fremdsprache Ihr Kind von der 6. Klasse an als verpflichtende zweite Fremdsprache wählt und wir Sie nicht wie sonst üblich bei einem Elternabend über die Fremdsprachen informieren können, haben wir hier wichtige Informationen als Entscheidungshilfe für Sie zusammengestellt.

In unserer globalisierten Welt ist es wichtiger denn je, auch über die englische Sprache hinaus weitere Sprachen zu erlernen und sich damit das Verständnis vieler Kulturen in aller Welt zu erschließen. Dafür bieten sowohl Latein als auch Französisch sehr gute Grundlagen – auch für das Erlernen und Verstehen weiterer Fremdsprachen. Bitte setzen Sie sich intensiv mit den Besonderheiten der beiden Fremdsprachen auseinander, denn Ihr Kind wird diese mindestens bis zum Ende der 10. Klasse als Hauptfach erlernen.

Schon jetzt möchten wir darauf hinweisen, dass grundsätzlich die sehr empfehlenswerte Möglichkeit besteht, die jeweils nicht gewählte Fremdsprache ab der 9. Klasse als Wahlfach zu erlernen. Voraussetzung hierfür ist das Zustandekommen der Lerngruppen.

Sollten Sie weitere Fragen haben oder eine persönliche Beratung wünschen, können Sie nach den Osterferien über das Sekretariat einen telefonischen Beratungstermin mit der Orientierungsstufenleitung Frau Blum vereinbaren. Gegebenenfalls können Sie auch Rücksprache halten mit den Fachkonferenzvorsitzenden Frau Leppla (Französisch) und Herrn Schmitt (Latein) oder sich mit der Klassenleitung Ihres Kindes in Verbindung setzen.

Bitte teilen Sie Ihre verbindliche Entscheidung bezüglich der Wahl der zweiten Fremdsprache für Ihr Kind bis spätestens 22.04.2020 über das Abfragetool „InESonline“ auf digitalem Weg mit: Sie erhalten rechtzeitig vor dem Wahltermin eine persönliche E-Mail mit den Zugangsdaten zu einer passwortgeschützten Befragung mit persönlicher, einmalig verwendbarer TAN. Dort geben Sie bitte Ihre Wahl ein. Falls Sie Hilfe benötigen, wenden Sie sich bitte an info[at]sickingengymnasium.de

Mit freundlichen Grüßen
Andrea Meiswinkel

Latein

Braucht man das überhaupt noch? Latein ist doch eine tote Sprache …?

Latein war für nahezu zwei Jahrtausende die Bildungssprache der abendländischen Welt: nicht nur in der Kirche, sondern auch in allen sonstigen Bereichen des öffentlichen Lebens wie in der Politik, in der Verwaltung, in der Rechtsprechung, in der Medizin, in den gesamten Wissenschaften.
Das Fach Latein ist außerdem das älteste Unterrichtsfach an deutschen Schulen. Seine Geschichte reicht bis ins frühe Mittelalter zurück, als Anfang des 8. Jahrhunderts in Klosterschulen Latein gesprochen und gelehrt wurde.

Und welche Rolle spielt Latein heute noch?

Latein begegnet uns täglich, gerade in unserer heutigen globalisierten Welt, zum Beispiel in Fremdwörtern wie „Computer“ (lat. computare – zusammenrechnen) oder Lehnwörtern wie „richtig“ (lat. rectus). Ganz zu schweigen von den vielen Fremdwörtern in den verschiedenen Fachgebieten, die sich mit Lateinkenntnissen leicht erschließen lassen (Bsp. Medizin: „clavicula“ - das Schlüsselbein, abgeleitet von der Lernvokabel „clavis“ - der Schüssel).
Die „Mutter Latein“ lebt weiter in ihren Tochtersprachen wie Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Rumänisch. Diese werden auch „romanische Sprachen“ genannt, da sie sich unmittelbar aus der Sprache der Römer entwickelt haben. Latein ist somit die Basissprache Europas und darüber hinaus weiter Teile Süd- und Mittelamerikas sowie Afrika, wo die erwähnten Sprachen ebenfalls gesprochen werden. Wer Latein gelernt hat, dem fällt das Lernen dieser Sprachen deutlich leichter!
Selbst wenn Latein als Weltsprache mittlerweile von Englisch abgelöst wurde: Auch das Englische kann sich auf seine lateinischen Wurzeln verlassen. So haben heute mehr als 60% aller englischen Wörter ihren Ursprung im Lateinischen. Dies führt beim Erlernen beider Sprachen zu erfreulichen Synergieeffekten, gerade beim Vokabellernen.

Aber Latein wird doch gar nicht mehr gesprochen!

Wenn Latein auch keine gesprochene Sprache mehr ist, so ist es umso mehr Reflexionssprache, d.h. eine Sprache, bei der man nachdenken, also reflektieren (lat. reflectere), kann. Jede Lateinstunde gibt Rätsel auf, die es mit intelligentem Nachdenken zu lösen gilt.
Die Unterrichtssprache im Lateinunterricht ist Deutsch. Das führt zu Vorteilen in gleich mehreren Bereichen:

  • Latein verbessert die Deutschkenntnisse, da es bei jeder Übersetzung aus dem Lateinischen darum geht, gelungene, mitunter kreative Formulierungen im Deutschen zu finden.
  • Die Sprachkompetenz in der Muttersprache Deutsch ist unerlässlich, um Texte besser zu verstehen und Informationen genau zu erfassen und zuzuordnen. Diese Grundfähigkeiten im sog. „Kommunikationszeitalter“ vermittelt der Lateinunterricht in besonderem Maße.
  • Auch in den sonstigen Schulfächern kommt es immer wieder auf die Fähigkeit an, Sachverhalte strukturiert in der Muttersprache Deutsch darzustellen.
  • Bei ausländischen Schülerinnen und Schülern, die gerade erst Deutsch lernen, stärkt Latein das Sprachbewusstsein im Deutschen.
  • Ebenso ist Latein mit seinen klaren grammatischen Strukturen für solche Schülerinnen und Schülern geeignet, die Spaß am logischen Denken haben und somit in der Schule eher Vorlieben für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer haben.

Und nicht zu vernachlässigen: Ausspracheprobleme spielen im Lateinischen keine Rolle, da Latein – vereinfacht gesagt – so gesprochen wird, wie es geschrieben wird.

Latein – mehr als nur Sprache

Das Lateinische und mit ihm die griechische und römische Kultur bilden bis heute die kulturellen und geistigen Grundlagen Europas. Daher wird Latein oftmals auch als eine „Kulturwissenschaft“ bezeichnet.
Die antiken Texte aus Bereichen wie Geschichte, Dichtung, Philosophie oder Redekunst sind dabei nicht Selbstzweck, sondern führen fast automatisch zu Querverbindungen in unsere heutige Zeit:

  • Man vergleicht die Rede eines römischen Staatsmannes mit der eines aktuellen Politikers. Wer hat da von wem abgeschrieben?
  • Ebenso erstaunlich mag es anmuten, wenn man auf Sinnfragen des Lebens, wie sie sich dem modernen Menschen stellen, bereits Antworten in den Texten der antiken Philosophen findet.
  • Und nicht zuletzt: Das Verständnis unseres Kontinents „Europa“ beginnt schon mit seinem Namen. Und um den weiß man Bescheid, wenn man den antiken Mythos „Jupiter und Europa“ gelesen hat.

Latein vermittelt also kein veraltetes, lebensfremdes Wissen, sondern leistet einen direkten Beitrag zu einer vertieften Allgemeinbildung, die über (Schul-)Fächergrenzen hinausreicht.

Erwerb des Abschlusses (Großes) Latinum

Schülerinnen und Schüler, die mit Latein ab Klasse 6 beginnen, erlangen nach dem erfolgreichen Absolvieren der Klassenstufe 10 den Abschluss „Latinum“, mit dem Abitur nach Klassenstufe 13 den Abschluss „Großes Latinum“.
Beide Abschlüsse werden dann automatisch, d.h. ohne gesonderte Prüfung, bescheinigt.

Aktuelle Untersuchungen an deutschen Gymnasien zeigen, dass das Unterrichtsfach Latein wieder mehr Lernende verzeichnen kann. Offenbar leben Totgesagte doch länger. Also:
Latein lebt!
Mathias Schmitt (Fachvorsitzender Latein)

Französisch

Warum sollte man Französisch lernen?

Vor dem Hintergrund der Globalisierung ist hervorzuheben, dass moderne Fremdsprachen die Kommunikation über Grenzen hinweg erlauben und das Tor zur Welt bilden.

  • Die weltweite Verbreitung der französischen Sprache (Amtssprache und/oder Verkehrssprache für über 200 Millionen Menschen) ist hierbei natürlich ein wesentlicher Aspekt. So spricht man Französisch nicht nur in Frankreich, sondern auch in der Schweiz, in Belgien, in Teilen Kanadas, in zahlreichen Ländern Nord- und Zentralafrikas bis hin zu den Antillen und vielen weiteren Inseln.
  • Französisch eröffnet als romanische Sprache, die vom Lateinischen abstammt, Zugang zu anderen romanischen Sprachen wie Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, die damit leichter gelernt und verstanden werden können.
  • Darüber hinaus ermöglicht Französisch aufgrund seiner Verwandtschaft mit dem Lateinischen das Verständnis vieler deutscher Fremdwörter (z.B. la réalité – die Realität, la terre – die Erde, also „Terra“)
    Zudem kommt dem Französischen angesichts unserer unmittelbaren Nachbarschaft zu Frankreich eine besondere Rolle zu:
  • Unser Nachbarland ist ein wichtiger Handelspartner Deutschlands, was zusätzliche berufliche Perspektiven eröffnet. In diesem Zusammenhang ist auch die steigende Anzahl an deutsch-französischen Studiengängen zu erwähnen. Da Englisch mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt wird, kann man sich mit Französisch als weiterer Fremdsprache in vielen Unternehmen von anderen Stellenbewerbern abheben.
  • Aufgrund der Nähe zur französischen Grenze bietet sich den Eltern auch die Möglichkeit, ihre Kinder ohne großen Aufwand die Sprache, Kultur und Lebensgewohnheiten Frankreichs vor Ort erleben zu lassen.
  • Auch der Zugang zu medialen Inhalten auf Französisch z.B. Musik, Videos oder Textbeiträge im Internet wird ermöglicht.

Wie wird Französisch gelernt

  • Die Wahl von Französisch erfordert keine Grundkenntnisse, etwa aus der Grundschule.
  • Der Schwerpunkt beim Französischlernen liegt, wie bei lebenden Fremdsprachen generell, auf der Ausbildung der kommunikativen Kompetenz, also der Fähigkeit, Gesprächspartner zu verstehen und sich selbst aktiv zu verständigen, sei es mündlich oder schriftlich.
  • Das moderne Lehrwerk Découvertes, das wir im Unterricht einsetzen, fördert zudem einen kommunikativen und handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht mit zahlreichen Hörverstehensübungen und audiovisuellen Übungen, wie es den Schülerinnen und Schülern bereits aus dem Englischunterricht bekannt ist.
  • Ein weiterer positiver Aspekt ist die Tatsache, dass die Kinder beim Erlernen des Französischen von ihren erworbenen Englischkenntnissen profitieren und Parallelen zum französischen Vokabular nutzen können. Da im Englischen ebenfalls kaum ein Wort so geschrieben wird, wie es gesprochen wird, ist ihnen auch der Unterschied zwischen Schreibweise und Aussprache geläufig.
  • Zur Stärkung der Motivation und Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig kreative Wettbewerbe mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen angeboten.
  • Ganz besonders stolz sind wir auf die vielen Austauschbeziehungen mit Frankreich, die schon eine lange Tradition haben. Daneben finden auch jährliche eintägige Besuche bei Partnerschulen in grenznahen Städten wie z.B. Saargemünd statt. Darüber hinaus betreuen wir intensiv individuelle Austauschprogramme für unterschiedliche Klassenstufen und Zeiträume, die über das Land Rheinland-Pfalz angeboten werden.
  • Um den Schülerinnen und Schülern Einblicke in die französische Kultur und Lebensweise zu vermitteln, werden Exkursionen angeboten, wie zum Beispiel nach Metz.
  • Des Weiteren sind wir bemüht, in der Zukunft wieder eine Fremdsprachenassistentin/einen Fremdsprachenassistenten zur muttersprachlichen Unterstützung des Unterrichts einsetzen zu können.
  • Die zweite Fremdsprache ist verpflichtend bis zum Ende der 10. Klasse. Sie kann in der Oberstufe als Grund- oder Leistungskurs weitergeführt werden. In der Regel kommen die Oberstufenkurse an unserer Schule zustande und ermöglichen ein angenehmes Lernen in kleinen Lerngruppen.
  • Da inzwischen häufig zusätzlich Sprachzertifikate als Zusatzvoraussetzung z. B. von Universitäten gefordert werden, bereiten wir Schülerinnen und Schüler, die dies wünschen, intensiv in Arbeitsgruppen auf die weltweit anerkannte DELF-Prüfung auf verschiedenen Niveaustufen vor.

Welche Abschlüsse kann man erwerben?

Mit dem Ende der 10. Klasse wird in der Regel das Niveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens GER erreicht, am Ende der Oberstufe das Niveau B2.

Sabine Leppla (Fachvorsitzende Französisch)