Von antiken Helden und modernen Vorbildern
Ehrungsfeier am SGL mit Festvortrag von Prof. Dr. Christoph Kugelmeier über Vergils Aeneis — 21.08.2026
von Achim Jung
Die alljährliche Ehrungsfeier, die immer am Anfang des Schuljahres stattfindet, ist eine schöne Tradition des Sickingen-Gymnasiums. Alle besonders engagierten Schülerinnen und Schüler werden in einem festlichen Rahmen für das im letzten Schuljahr Geleistete geehrt. Dass so viel geleistet wurde, gibt Zuversicht für das neue Schuljahr, und der Stolz auf die gewonnenen Preise und Urkunden ist eine Ermutigung für die ganze Schulgemeinschaft, sich auch im nächsten Schuljahr anzustrengen.
Der Schulleiter Philipp Wehmann begann seine Eröffnungsrede mit einem Dank an die Eltern und die betreuenden Lehrkräfte, die es durch ihre Unterstützung erst ermöglicht haben, dass sich so viele Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme an Wettbewerben, durch das Erringen von Preisen und nicht zuletzt durch hervorragende schulische Leistungen hervortun konnten. Besonders hob er das Engagement von Anja Voigt hervor, die in der erweiterten Schulleitung unter anderem für die Begabtenförderung zuständig ist und die Ehrungsfeier organisiert hat. Ein besonderer Dank ging an Julian Heinz aus der Jahrgangsstufe 13, der den musikalischen Rahmen der Veranstaltung ganz eigenständig höchst professionell gestaltet und der die Schulband am Klavier begleitet hat.
Den festlichen Rahmen der Veranstaltung bildete der Festvortrag von Prof. Dr. phil. Christoph Kugelmeier, der seit 2010 außerplanmäßiger Professor an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ist und dort seit 2021 den Lehrstuhl für Klassische Philologie vertritt. Sein Vortrag hatte das Thema „Die Tragik in der Aeneis von Vergil“. Dieses Heldenepos in Versen handelt von dem trojanischen Prinzen Aeneas, der nach dem Ende des Trojanischen Kriegs mit den überlebenden Trojanern nach Italien zieht, wo aus seinen Nachkommen der Legende nach später die Römer hervorgehen. Dies war Aeneas vorher geweissagt worden. Die Tragik der Gestalt entsteht aus dem Konflikt, der sich für Aeneas daraus ergibt, dass er einerseits Verantwortung für das Schicksal der Trojaner und letztendlich für die Zukunft Roms trägt und sich in Afrika andererseits in Dido, die Königin von Karthago, verliebt hat. Daraus ergibt sich für ihn ein Konflikt zwischen seiner Pflicht und seinen persönlichen Gefühlen, der am Ende zum Scheitern seiner Liebe zu Dido führt. Aeneas entscheidet sich gegen die Liebe zu Dido und damit für Italien und kommt so aus Pflichtgefühl seiner größeren Verantwortung als Held und als mythischer Stammvater Roms nach.
Auch die geehrten Schülerinnen und Schüler haben sich während des Schuljahrs sicher oft für ihre Pflicht entschieden: Sie haben gelernt, in langen Stunden Wettbewerbsbeiträge erarbeitet, auf viel Freizeit verzichtet und sich weit über das übliche Maß hinaus angestrengt. Allerdings haben ihnen diese Arbeit und Mühe oft auch viel Spaß gemacht. Spätestens im Moment der Auszeichnung wird jedem klar: Die Geehrten sind keine tragischen, sondern erfolgreiche und glückliche Heldinnen und Helden.
Die Auszeichnungen wurden im Anschluss von Philipp Wehmann überreicht. Jeder bzw. jede Geehrte erhielt eine bunte Wasserflasche mit dem Logo der Schule und eine Urkunde. Die geehrten Schülerinnen und Schüler zeigten die große Bandbreite schulischer Aktivitäten am SGL: Gewürdigt wurden Erfolge in den Bereichen Sprache und Literatur, Kunst und Musik, Mathematik und Naturwissenschaften, Sport sowie besonderes Engagement für die Schulgemeinschaft.
Im sprachlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich wurde Luzia Schmalbach für ihre Qualifikation zum Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend präsentiert“ ausgezeichnet. Nele Christmann erhielt eine Ehrung für ihr besonderes Engagement in der Journalismus-AG. Sehr erfolgreich waren auch die Teilnehmerinnen am Europäischen Wettbewerb. Jula Mayer erreichte sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene einen ersten Platz. Vivien Schnell belegte auf Kreisebene den ersten Platz, während Lia Schreiber, Emma Barleben, Areti Sourtzopoulou, Earta Broca, Flavia-Maria Vanescu und Tiffany Ko jeweils einen zweiten Platz auf Kreisebene erzielten. Agata Wezgowiec wurde mit einem dritten Platz auf Kreisebene ausgezeichnet.Auch beim Schreibwettbewerb des Casimir-Verlags 2025 konnten Schülerinnen und Schüler der Schule überzeugen. Jona Zimmer erreichte den zweiten Platz, Lilly Scheller wurde mit einem vierten Platz und zusätzlich mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, und Samira Yacoubou belegte ebenfalls einen vierten Platz.Besonders gewürdigt wurde außerdem das Engagement von Helen Burkard, Luca Bauer und Emilia Willhelm. Sie hatten sich im Rahmen des Referatetrainings in besonderer Weise eingebracht und ihre Erfahrungen an nachfolgende Schülerinnen und Schüler weitergegeben.
Zahlreiche Auszeichnungen gab es auch im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Beim Känguru-Wettbewerb der Mathematik erreichte Milana Stakhniuk mit 100 Punkten einen dritten Preis. Fenja Epp wurde für ihre erfolgreiche Teilnahme geehrt; sie erzielte 92,5 Punkte und zudem den sogenannten Känguru-Sprung.Für ihre ausdauernde Eigeninitiative im MINT-Bereich erhielten Sami Gotar, Maik Rech, Vincent Rickart und Henrik Schild das MINT-Zertifikat Rheinland-Pfalz. Ihre Leistungen zeigen, dass naturwissenschaftliches und technisches Interesse weit über den regulären Unterricht hinausgehen kann.Besonders erfolgreich war Noah Jackson beim Wettbewerb „Jugend forscht“. Er belegte sowohl beim Regional- als auch beim Landeswettbewerb den ersten Platz und qualifizierte sich für das Bundesfinale. Auch Julian Winter und Elias Pohl überzeugten mit ihrem gemeinsamen Projekt und erreichten beim Regionalwettbewerb jeweils einen dritten Platz. Beim Projekt „Mathe im Advent“ erreichte Olivia Jackson die Goldstufe, indem sie sämtliche Aufgaben richtig löste. Janna Bohrs erzielte mit 22 von 24 richtigen Antworten die Silberstufe. Olivia Jackson war darüber hinaus auch beim Landeswettbewerb Physik erfolgreich und belegte in der ersten Runde den ersten Platz. Marlon Lenhart, Phil Scott und Dorota Wezgowiec erreichten jeweils einen zweiten Platz. Auch beim Landeswettbewerb Mathematik gab es hervorragende Ergebnisse. Leni Ditscher, Mark Denysov und Marlon Lenhart wurden jeweils mit einem zweiten Preis ausgezeichnet, während Noah Hilger und Leon Falk jeweils einen dritten Preis erreichten.
Im musikalischen Bereich wurde Sophia Walher für ihren ersten Preis beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ geehrt. Eine besondere Auszeichnung erhielt außerdem Julian Heinz, der sich seit längerer Zeit unermüdlich und eigenständig bei der musikalischen Gestaltung von Schulveranstaltungen engagiert und damit wesentlich zum kulturellen Leben der Schule beiträgt.
Auch Leistungen rund um das Betriebspraktikum wurden gewürdigt. Leon Darge, Mika Regin und Paula Burkhard erhielten eine Auszeichnung für besonders gelungene Praktikumsplakate, die durch ihren Informationsgehalt und ihre Gestaltung überzeugten.
Im sportlichen Bereich konnte insbesondere die Schulschachmannschaft einen großen Erfolg feiern. Ben Usinger, Roman Stösel, David Meneshian und Lasse Willems wurden als Schulschach-Vizemeister der Pfalz ausgezeichnet. Auch im Bogenschießen gab es gleich drei Landesmeister: Luke Weinstein gewann in der Kategorie Recurvebogen Schüler B, Jonathan Sprau wurde Landesmeister mit dem Blankbogen in der Halle in der Klasse Schüler A, und Tim Rinder errang den Landesmeistertitel mit dem Blankbogen im Freien, ebenfalls in der Altersklasse Schüler A.
Für ihren besonderen Einsatz für die gesamte Schulgemeinschaft wurden außerdem die beiden Schülersprecher Tim Berberich und Marco Sowade geehrt. Beide investieren viel Zeit in die Organisation von Veranstaltungen, die Koordination der Schülervertretung und die Vertretung der Interessen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
Einen weiteren Schwerpunkt der Ehrungsfeier bildete die Würdigung der Jahrgangsbesten. Aus den jüngeren Jahrgangsstufen wurden Ida Roth, Sophia Rothhaar, Eliana Tsouris, Emma Müller, Samira Yacoubou, Lenia Müller und Charlotte Bonnert für ihre hervorragenden schulischen Leistungen ausgezeichnet. In den folgenden Jahrgangsstufen gehörten Walid Yacoubou, Adela Müller, John Schroeder Jauregui, Tim Rinder, Samuel Walter, Mathis Mayer, Marlena Klein, Lucas Claveau, Mia Hinkelmann, Miriam Pathe und Marlon Lenhart zu den Jahrgangsbesten. Auch in den Klassenstufen neun und zehn wurden zahlreiche Schülerinnen und Schüler für herausragende Zeugnisleistungen geehrt. Zu den Jahrgangsbesten gehörten Emma Böhlke, Emelie Spence, Sophia Walher, Magdalena Abich, Vincent Rickart, Charlotte Bernhardt, Tarek Frey, Teresa Kreibiehl, Sina Spenst, Tim Seibel, Lina Eisenkrein und Mika Pfaff.
