Das Logo des Sickingen-Gymnasiums. Dunkelblaues Quadrat mit weißem Schriftzug des Schulnamens in der linken oberen Ecke. Silhouette der Burg Nanstein im Anschnitt unten rechts.

Deutsch-Französisches Jugendwerk fördert interkulturelles Philosophie-Projekt

SGL als eine von 20 Schulen bundesweit ausgewählt — 06.12.2017

Das Deutsch-Französische Jugendwerk fördert im Rahmen der Initiative „IN-Projekte - innovative, interdisziplinäre und interkulturelle Projekte im deutsch-französischen Schulprojekte-Netzwerk“ ein Unterrichtsprojekt im Fach Philosophie. Gefördert wird das Deutsch-Französische Philosophie-Projekt, das im Februar 2018 in Neustadt an der Weinstraße stattfinden wird. Bei diesem Projekt treffen sich die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse der Jahrgangsstufen 11 und 12 mit einer französischen Philosophieklasse vom Deutsch-Französischen Gymnasium Buc bei Versailles. Das innovative Unterrichtskonzept mit dem Titel „Sprachphilosophie - Die Macht der Sprache - Deutsch-Französisches Philosophie-Projekt“ wurde von der französischen Philosophielehrerin Christine Martin und dem Philosophielehrer Achim Jung erarbeitet.
Ihr gemeinsames Projekt wurde durch eine deutsch-französische Jury, bestehend aus Vertretern der Kultusministerien der Länder, des französischen Bildungsministeriums und des DFJW, die am 30. November 2017 in Paris getagt hat, als eines von bundesweit 20 deutsch-französischen Projekten ausgewählt. Das Projekt überzeugte die Jury inhaltlich und qualitativ. Die Förderung bezieht sich auf die Reisekosten, die Aufenthalts- sowie auf die Programmkosten.
Es gab bereits zwei Philosophie-Projekte, im Schuljahr 2015-16 auf der Burg Thallichtenberg bei Kusel zum Thema „Freiheit“ und im letzten Schuljahr im Wald von Fontainebleau bei Paris zum Thema „Bildung“.

Das gemeinsame Philosophieren eröffnet vielfältige Möglichkeiten zum interkulturellen Dialog. Im philosophischen Gespräch ergeben sich vielfältige Ansätze, sich mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der deutschen und französischen Kultur und Sprache auseinanderzusetzen. Gerade das Nachdenken über den jeweils anderen Sprachgebrauch stellt einen sehr fruchtbaren Ausgangspunkt für die Entwicklung eines interkulturellen Verstehens im Dialog dar. Dabei ist auch die Begegnung mit den verschiedenen didaktischen und methodischen Konzeptionen des Philosophieunterrichts, die im Verlauf der Tagung deutlich werden, sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrenden eine bereichernde interkulturelle Erfahrung. Dies zeigte sich bereits bei den vorhergegangenen Projekten, wo in verschiedenen Stunden von den Lehrenden demonstriert wurde, wie in Deutschland und Frankreich Philosophie unterrichtet wird.

Eine besondere Bereicherung stellt dabei auch der jeweils von einem ausgewiesenen Vertreter der Fachdidaktik durchgeführten Workshop zum philosophischen Schreiben dar. Bei den letzten beiden Projekten war dies JProf. Dr. Christian Thein von der Universität Mainz. In Neustadt wird Dr. Jonas Pfister, der zurzeit den Lehrstuhl für Didaktik der Philosophie an der Universität Münster vertritt, einen Workshop zum Thema „Sprachphilosophie“ anbieten. Dr. Jonas Pfister ist auch der Herausgeber der Lektüre „Texte zur Sprachphilosophie“ (Reclam Verlag), die im Unterricht als Textgrundlage für die Vorbereitung und die Durchführung des Projekts gelesen wird. Bei dem Projekt wird auch die Philosophielehrerin Heidi DeKuiper mitwirken.
Schließlich ist auch ein Besuch am Philosophischen Seminar der Johannes - Gutenberg Universität Mainz geplant. Der Mainzer Philosoph Prof. Dr. Stephan Grätzel hat die Projektgruppe zu einem Gespräch eingeladen. In seinen aktuellen Forschungen befasst er sich mit den Begriffen „Schuld“ und „Versöhnung“ und thematisiert dabei besonders auch das deutsch-französische Verhältnis. Er entwickelt eine „Philosophie des Dialogs“, mit deren Hilfe eine „Versöhnung“ ermöglicht werden soll, selbst angesichts des „Unverzeihlichen“ der deutschen Verbrechen in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Außerdem bekommen die Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme an einem Forschungskolloquium Einblicke in aktuelle Themen der philosophischen Forschung.

Den Artikel zum Deutsch-Französischen Philosophie-Projekt auf der Burg Thallichtenberg finden Sie hier.
Den Artikel zum Deutsch-Französischen Philosophie-Projekt im Wald von Fontainebleau finden Sie hier